Häusliche Alten- und Krankenpflege - Kathrin Vogel

Ergotherapie

Die Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind und an Bewegungsstörungen, Körperempfindungs- und Nervenleitungsstörungen, psychischen und sozioemotionalen Problemen leiden.
Die Ergotherapie kommt zum Einsatz nach überstandenen Operationen, Reha- Aufenthalten, chronischen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen o.ä.
Ziel der Ergotherapie ist es, Menschen dabei zu helfen, ihren Alltag in Beruf, Schule, Kindergarten, Familie und im Freizeitbereich besser bewältigen zu können. Bei
der ergotherapeutischen Betrachtungsweise stehen nicht die oberflächlichen Einschränkungen und Krankheitszeichen
im Vordergrund, sondern die zugrunde liegenden Ursachen. Da bei einigen Krankheitsbildern keine Ursachen bekannt sind, werden auch Symptome behandelt. Durch gezielte Verbesserung mit anerkannt erfolgreichen Methoden, soll dem Menschen (wieder) dazu verholfen werden, den Anforderungen in seinem Leben zu seiner Zufriedenheit gerecht zu werden. Durch Verbesserung, Wiederherstellung oder Kompensation der beeinträchtigten Fähigkeiten und Funktionen soll dem Patienten eine möglichst große Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag ermöglicht werden.
Neben geeigneten Übungen trägt auch der Einsatz von Hilfsmitteln dazu bei, die verbleibenden Fähigkeiten anzupassen. So wird ein Optimum an Rehabilitation erreicht.

Seit Januar 2007 haben wir auch die Zulassung der Krankenkassen als Praxis für Ergotherapie. Die Ergotherapie ist ein anerkanntes Heilmittel und wird vom Hausarzt und/oder Facharzt verschrieben.

Die Therapien können als Einzel- und/oder Gruppentherapie durchgeführt werden und auch als Einzeltherapien zu Hause stattfinden.

Wer kann Ergotherapie erhalten?

Kinder
Die Behandlung von Kindern ist ein wesentliches Teilgebiet der Ergotherapie und arbeitet mit grundlegendem Wissen aus der Entwicklungspsychologie.
Ergotherapie kann bei allen Kindern und Jugendlichen indiziert sein, deren Entwicklung zu selbstständigen, handlungsfähigen Erwachsenen eingeschränkt bzw. behindert ist, wie z. B. durch:

  • Störungen des Bewegungsablaufs infolge hirnorganischer Schädigungen (spastische Lähmungen, Anfallsleiden, etc.)
  • Störungen der sensomotorischen Entwicklung und der damit verbundenen Beeinträchtigung der unmittelbaren Steuerung und Kontrolle der Bewegungen aufgrund von Sinnesrückmeldungen
  • Störungen der Wahrnehmungsfähigkeit und -verarbeitung
  • Ausfallerscheinungen bzw. Verzögerungen in der Sozialentwicklung , der Beziehungsbildung und Kommunikationsfähigkeit
  • Sinnesbehinderungen, z. B. Taubheit, Blindheit

Erwachsene

  • Neurologische Erkrankungen
    Hier werden vor allem Erkrankungen des Zentralen Nervensystems behandelt (z. B. Zustand nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittslähmungen, Multiple Sklerose, Parkinson-Syndrom, etc.).
    Diese Erkrankungen weisen in der Regel sehr komplexe Störungsbilder auf, die sich vergleichsweise langsam und nur selten vollständig zurückbilden.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
    Die ergotherapeutische Behandlung bezieht sich bei diesen Erkrankungen (z.B. nach Knochenbrüchen, Amputationen, Querschnittlähmungen, Rheuma, etc.) auf motorisch-funktionelles Training und ist meist gekoppelt mit Physiotherapie. Weiterhin werden Hilfsmittel angepasst und deren Handhabung geübt. Besonderer Schwerpunkt ist die (Wieder) Herstellung der Feinmotorik, um eine größtmögliche Selbstständigkeit beim Essen, Trinken, Waschen und Anziehen (= Aktivitäten des täglichen Lebens) zu erreichen.
  • Geriatrische Erkrankungen
    Behandelt werden ältere Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen, die aufgrund der oben genannten Störungsbilder und Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) in Senioren- und Pflegeheimen leben.
  • Psychiatrische Erkrankungen
    Ergotherapie bietet Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen − die zum Beispiel unter Suchterkrankungen, psychotischem Erleben, neurotischen oder psychosomatischen Störungen leiden − die Möglichkeit, ihre eigenen − kreativen − Potenziale (wieder) zu entdecken und durch die Erkrankung verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen. Zu den Krankheitsbildern gehören psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter, Angststörungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Depressionen, Schizophrenien, Essstörungen, affektive Störungen, dementielle Syndrome, Störungen bei Alkohol-, Drogen- und Medikamentensucht oder das hirnorganische Psychosyndrom.

Krankenpflege Vogel - Neustadt/Sachsen